23.05.2017

Hilfe auf dem Weg der Selbstständigkeit

Abteilung für geriatrische Rehabilitation der Rottal-Inn-Kliniken feiert 20jähriges Bestehen

Pfarrkirchen. Seit zwei Jahrzehnten gibt es die Abteilung für geriatrische Rehabilitation der Rottal-Inn-Kliniken am Krankenhaus in Pfarrkirchen. Aus kleinen Anfängen heraus hat sich die Einrichtung einen Ruf erarbeitet, der weit über die Grenzen der Region hinausgeht. Jetzt wurde das 20jährige Bestehen mit einem Festakt gefeiert.

Mit einer Geschichte aus den Anfängen der Abteilung konnte Kliniken-Vorstand Bernd Hirtreiter die vielen Gäste begrüßen: er berichtete schmunzelnd, dass der erste auf der Station behandelte Patient noch nicht einmal 50 Jahre alt gewesen sei, aber als Frührentner Anspruch auf die geriatrische Reha gehabt hätte. Mittlerweile hätten sich die Patientenzahlen aber ganz hervorragend entwickelt, „die Qualität, die unser Reha-Team bietet, hat sich herumgesprochen, auch bei den Ärzten und Akutkliniken, die uns ihre Patienten anvertrauen“, so der Kliniken-Vorstand.  „An uns werden hohe Erwartungen gestellt, aber wir können diese Erwartungen erfüllen“, unterstrich Bernd Hirtreiter. Wenn es darum gehe, die Entscheidung zwischen „Heim und Heimat“ zu treffen, dann könne die Behandlung in der geriatrischen Reha ausschlaggebend sein: „Es ist unser Ziel, Menschen zu helfen, ihre größtmögliche Selbstständigkeit auch nach schwerer Krankheit oder Unfall zu erhalten“. Hirtreiter kündigte an, dass man wegen der starken Nachfrage eine Erweiterung der Abteilung mit ihren derzeit 35 Betten angehen werde: bereits zum Jahresende soll der Antrag auf eine Aufstockung gestellt werden, Ziel seien 50 bis 60 Betten, „das brauchen wir, um Wartezeiten zu vermeiden“, so Hirtreiter.

Landrat Michael Fahmüller bedankte sich in seinem Grußwort zunächst bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung und bei deren Chefarzt Dr. Jürgen Rampmaier. Er erfahre immer wieder von ehemaligen Patientinnen und Patienten, wie sehr zufrieden sie mit der Behandlung waren. „Wir können hier stolz sein auf eine Einrichtung, deren Arbeit segensreich war für viele Patientinnen und Patienten, denen hier, manchmal im wahrsten Sinne des Wortes, wieder auf die Beine geholfen wurde“, unterstrich Michael Fahmüller. Es sei mehr als beachtlich, wie sich die Geriatrische Reha in Pfarrkirchen entwickelt hat: „Die Patientenzahlen sprechen ebenso für sich wie der gute Ruf weit über die Grenzen des Landkreises hinaus“, so der Landrat.

Der demografische Wandel bringe es, so Fahmüller, mit sich, dass die Menschenälter werden und damit auch die Altersmedizin immer größere Bedeutung bekomme. Deshalb sei die geriatrische Reha ein Segen, denn: „Ebenso, wie Kinder und Jugendliche eine auf ihre Voraussetzungen abgestimmte Medizin brauchen, benötigen auch ältere und alte Menschen andere, angepasste Behandlungen“. Die entsprechende Fachkenntnis, Betreuung und Fürsorge könnten ältere und alte Menschen in Pfarrkirchen in der geriatrischen Reha finden, denn hier gäbe es die Experten in allen Bereichen, die dann wichtig sind: Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten aus den verschiedensten Fachgebieten und Pflegekräfte, die auf die Bedürfnisse und manchmal auch Eigenheiten der Patientinnen und Patienten im höheren Alter eingehen „gewissermaßen mit Herz und Hirn“ eingehen können. „Wenn es hier aber möglich gemacht wird, dass ein Mensch sich wieder in seiner eigenen Wohnung selbstständig versorgen kann, wenn er am täglichen Leben teilnehmen kann, auch wenn er dazu vielleicht einen Gehstock oder einen Rollator braucht – das ist auf jeden Fall besser als der Weg in eine soziale Isolation, weil man den Sessel nicht mehr verlassen kann“, hob der Landrat hervor.

Viel Lob für die Arbeit in der geriatrischen Reha gab es auch von Landtagsabgeordneter Reserl Sem. Sie würdigte den Einsatz des Personals, das sich als Begleiter auf dem Weg zurück in die Selbstständigkeit nach Krankheit oder Unfall einsetze. „Wir können froh darüber sein, dass wir so ein Angebot wohnortnah in der Region haben, es gibt Landkreises, die beneiden uns um diese Abteilung“, so die Abgeordnete.

Chefarzt Dr. Jürgen Rampmaier erinnerte in einem Rückblick auf die Geschichte der Station an die stetige Aufwärtsentwicklung. Auch er machte dabei deutlich: ohne engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen sei diese Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen. Er bedankte sich auch bei den vielen Ärztinnen und Ärzten, die ihre Patienten nach Pfarrkirchen überweisen – doch dabei konnte er sich einen Seitenhieb auf die Kassenärztliche Vereinigung Niederbayern nicht verkneifen: die hatte unlängst in einem Statement die Notwendigkeit einer speziellen Altersmedizin verneint und festgestellt, dass die Hausärzte in diesem Bereich als Ansprechpartner völlig ausreichend seien. „Dass wir diese Meinung nicht teilen, dürfte klar sein, aber ich denke, auch viele unserer Patienten, denen wir helfen konnten, würden das anders sehen“.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier gab es dann Führungen durch die Abteilung, die mit Interesse wahrgenommen wurden.

 

 

 



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