23.04.2020

So gehen Hebammen mit Corona-Beschränkungen um

Größer könnten die Gegensätze in den Rottal-Inn Kliniken derzeit wohl nicht sein: das Krankenhaus in Eggenfelden ist die Schwerpunktklinik für die Behandlung von Patienten, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben und die teilweise sehr aufwändig auf der Intensivstation behandelt, oft sogar beatmet werden müssen. Doch am Eggenfeldener Krankenhaus ist auch die Abteilung für Geburtshilfe untergebracht, wo fast täglich eines oder mehrere Babys zur Welt kommen, fast 200 waren es in diesem Jahr bereits.

Hochschwanger zu sein, ein Kind zu bekommen in Zeiten von Corona – manchen werdenden oder jungen Eltern machen sich Sorgen, sie haben Angst vor einer Ansteckung, die Mutter oder Kind gefährden könnte. Die Hebammen, die an den Rottal-Inn Kliniken arbeiten, nehmen diese Sorgen sehr ernst und machen sie auch zum Thema bei den Gesprächen in der Zeit vor der Geburt und auch auf der Station. Aber sie können die jungen Eltern beruhigen, wie Hebamme Katharina Durner bestätigt: „Gerade auf der Geburtenstation und im Kreißsaal steht die Sicherheit von Mutter und Kind natürlich absolut im Mittelpunkt, deshalb gibt es auch keine Berührungspunkte zwischen den streng abgeschirmten Stationen, in denen die Corona- Patienten zur Behandlung untergebracht sind, und der Geburtshilfestation“. Der ohnehin hohe Hygienestandard in der Klinik sei derzeit noch höher „geschraubt“, auch und vor allem in der Geburtshilfe sei Hygiene „oberstes Gebot“, wie auch Hebamme Christine Urban bestätigt: „Das ganze Team arbeitet hier mit allergrößtem Verantwortungsgefühl, das ist auch für uns eine Herzensangelegenheit“. Doch natürlich unterliegt auch die Geburtshilfestation derzeit den Einschränkungen, die bereits von den Kliniken zu Beginn der Krise eingeführt und die später auch vom Freistaat übernommen wurden: das strenge Besuchsverbot , das für alle Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen im Freistaat gilt, hat natürlich auch in Eggenfelden Gültigkeit und wird entsprechend streng überwacht, „wir können hier keine Risiken eingehen, die vermieden werden können“, sagt Klinikvorstand Bernd Hirtreiter. Eine der ganz wenigen Ausnahmen ist die Möglichkeit für werdende Väter, bei der Geburt mit dabei zu sein – natürlich nur, wenn der werdende Vater selbst keine Anzeichen einer Infektion hat. Doch danach muss das noch junge Familienleben erst einmal eine kurze Pause machen, denn: „Besuche bei der jungen Mutter können dann leider nicht mehr erlaubt werden, auch nicht dem Kindsvater oder den Geschwistern des Babys“, bedauert Hirtreiter, der aber auch sagt: „Bisher haben eigentlich alle Väter dafür Verständnis gezeigt, denn auch ihnen liegt ja vor allem die Gesundheit von Mutter und Kind am Herzen“.

Eine Möglichkeit für Väter, bei Mutter und Kind zu bleiben, ist die Nutzung der von der Klinik angebotenen Familienzimmer. Doch auch dieses Angebot hat eine wichtige Einschränkung: „Wenn sich eine Familie für diese Form der gemeinsamen Unterbringung entscheidet, dann muss immer klar sein, dass der Vater die Klinik in dieser Zeit nicht verlassen darf, denn das Risiko, dass er den Virus in die Klinik und auf die Station mitbringt, können wir nicht eingehen“, sagt Klinikvorstand Gerhard Schlegl.

Doch letztendlich sind dies, so unterstreicht es Hebamme Katrin Pfaffinger, doch erträgliche Einschränkungen: „Im Normalfall ist die Zeit, die Mutter und Kind in der Klinik verbringen, ja nicht so lang, wenn alles passt, dann sind das drei oder vier Tage, die kann man notfalls auch mit Telefon oder WhatsApp bewältigen“, weiß sie aus der Erfahrung der letzten Wochen.

10 Hebammen sind für die Geburtshilfe an den Rottal-Inn Kliniken tätig, „damit ist sichergestellt, dass der Kreißsaal immer kompetent besetzt ist“, sagt Katrin Pfaffinger. Die Hebammen haben, um noch mehr Sicherheit zu erreichen, die Zahl der Hausbesuche eingeschränkt, vieles wird derzeit über das Telefon oder über Skype besprochen mit den jungen Müttern. Für die Geburtsvorbereitung und für die Rückbildungsgymnastik haben sie Videofilme hergestellt, die über das Internet abrufbar sind. „Das klappt ganz hervorragend, wir haben sehr positive Rückmeldungen“, sind sich die Hebammen einig. Doch klar ist für sie auch: „Wir freuen uns schon alle wieder auf die Zeit nach Corona, wenn wir den ganz persönlichen Kontakt wieder in den Mittelpunkt stellen können“.



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