Rottal-Inn Kliniken bauen Hitzeschutz weiter aus
Längere Hitzeperioden belasten besonders ältere, chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen. Gleichzeitig stellen sie Mitarbeitende, Gebäude und betriebliche Abläufe vor zusätzliche Herausforderungen. Die Rottal-Inn Kliniken entwickeln deshalb für ihre drei Standorte einen gemeinsamen operativen Hitzeaktionsplan.
Das Konzept orientiert sich an den Warnstufen des Deutschen Wetterdienstes. Für jede Warnstufe werden konkrete Maßnahmen und Verantwortlichkeiten festgelegt. Dazu zählen unter anderem die Information und besondere Beobachtung gefährdeter Patientinnen und Patienten, angepasste Pflege- und Therapieabläufe, eine bedarfsgerechte Speise- und Getränkeversorgung, der Arbeitsschutz sowie die sichere Lagerung wärmeempfindlicher Medikamente und Materialien. Ergänzend werden Schulungs- und Informationsmaterialien für Mitarbeitende sowie Patientinnen und Patienten bereitgestellt.
Für die drei Standorte wurde Hitzeschutzbeauftragte benannt. Sie begleiten die Entwicklung und Umsetzung des Konzepts fortlaufend, unterstützen die Abstimmung zwischen Medizin, Pflege, Technik, Arbeitsschutz und Verwaltung und bringen die Erfahrungen aus den einzelnen Häusern in die weitere Entwicklung ein.
„Hitzeschutz im Krankenhaus bedeutet weit mehr, als Räume möglichst kühl zu halten", erklärt Vorstand Robert Koch. „Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, angepasste Abläufe und ein besonderes Augenmerk auf gefährdete Patientinnen und Patienten sowie auf unsere Beschäftigten."
Auch die baulichen und technischen Maßnahmen werden schrittweise erweitert. Die Rottal-Inn Kliniken haben die Verschattung besonders hitzeanfälliger Bereiche bereits ausgebaut und werden diesen Weg fortsetzen. Derzeit wird außerdem geprüft, wie bauliche Kühlungsmaßnahmen in hochsensiblen Bereichen ausgeweitet werden können. Dabei werden auch geeignete Förderprogramme und geförderte Investitionsmaßnahmen berücksichtigt.
Die konkreten Schwerpunkte unterscheiden sich je nach Standort: In Eggenfelden stehen insbesondere die Akut- und Notfallversorgung sowie Intensiv- und Überwachungsbereiche im Fokus. In Pfarrkirchen gilt der besondere Schutz älteren, geriatrischen und palliativmedizinisch versorgten Menschen. In Simbach am Inn werden unter anderem Therapiezeiten, Aufenthaltsbereiche und tagesstrukturierende Angebote an die jeweilige Hitzesituation angepasst.
Tipps für die Bevölkerung: So schützt man sich bei großer Hitze
Neben den innerbetrieblichen Maßnahmen geben die Rottal-Inn Kliniken auch der Allgemeinbevölkerung Empfehlungen an die Hand, wie man sich bei großer Wärme aus internistisch-kardiologischer Sicht schützen kann. Die Aufenthaltsdauer in der Hitze sollte auf das notwendige Minimum reduziert werden – insbesondere ein längerer Aufenthalt in direkter Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden. Wer draußen unterwegs ist, sollte auf Schutzmaßnahmen wie Kopfbedeckung, Sonnencreme und Sonnenschirme achten. Von starken körperlichen Belastungen wie Gartenarbeit oder Sport in der Hitze wird abgeraten; wenn überhaupt, sollten diese in die frühen Morgenstunden oder den späten Abend verlegt werden, wenn die Temperaturen noch nicht ihren Höhepunkt erreicht haben oder bereits wieder gesunken sind.
Wichtig ist zudem eine ausreichende Trinkmenge, insbesondere für Menschen, die sich in warmen Räumen oder im Freien aufhalten. Bei bestehenden Herzerkrankungen kann es sinnvoll sein, die individuell angepasste Trinkmenge vorab mit dem Hausarzt abzusprechen. Auch die Dosierung bestimmter Medikamente kann in Hitzeperioden angepasst werden müssen – etwa bei wassertreibenden oder blutdrucksenkenden Präparaten.
Solche Anpassungen sollten jedoch ausschließlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen und nicht eigenständig vorgenommen werden. Bei Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Überwärmung, Verwirrtheit oder Benommenheit wird empfohlen, zeitnah medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Der Hitzeaktionsplan wird regelmäßig überprüft und anhand der Erfahrungen aus den Sommermonaten weiterentwickelt. Ziel ist es, kurzfristige Schutzmaßnahmen mit einer langfristigen Anpassung von Gebäuden, Arbeitsabläufen und Versorgungsstrukturen zu verbinden.