44 Abschlüsse sind ein starkes Signal für die Pflege
Eggenfelden. Erleichterung, Freude und ein gehöriges Maß an Stolz prägten die Abschlussfeier an der Berufsfachschule für Pflege der Rottal-Inn Kliniken. Nach anspruchsvollen Monaten und Jahren theoretischer und praktischer Ausbildung nahmen 21 frisch examinierte Pflegefachkräfte sowie 23 Absolventinnen und Absolventen der einjährigen Ausbildung zum Pflegefachhelfer ihre Zeugnisse entgegen. Besonders eindrucksvoll: Elf junge Menschen wurden mit einer Staatspreisurkunde für herausragende Leistungen ausgezeichnet.
Schulleiterin Elisabeth Schoske begrüßte zu der Feierstunde neben den Absolventinnen und Absolventen und ihren Angehörigen zahlreiche Ehrengäste, darunter die stellvertretende Landrätin Marion Biermeier, die Bürgermeister Martin Biber und Wolfgang Beißmann, Mitglieder des Verwaltungsrats und der Klinikleitung, Vertreter der Regierung von Niederbayern, Kooperationspartner sowie zahlreiche Stationsleitungen, Praxisanleiter und Mitglieder des Schulteams.
Für die 21 neuen Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner endete die vierte Ausbildungsrunde der generalistischen Pflegeausbildung an den Rottal-Inn Kliniken. Der Kurs unter Leitung von Florian Bamesreiter hatte im September 2023 begonnen; von 22 Prüflingen bestanden 21 das Examen. 14 von ihnen bleiben den Rottal-Inn Kliniken direkt erhalten und setzen dort ihren beruflichen Weg fort.
Marion Biermeier überbrachte die Glückwünsche von Landrat Martin Koppmann und dem Landkreis. „Sie dürfen heute mit Recht stolz auf sich sein", betonte sie. Hinter dem Abschluss lägen nicht nur zahlreiche Unterrichtsstunden, Prüfungen und praktische Einsätze – die jungen Menschen hätten auch gelernt, Verantwortung zu übernehmen, schwierige Situationen auszuhalten und Patientinnen und Patienten mit Fachwissen und menschlicher Zuwendung zu begleiten. Aus ihrer beruflichen Nähe zum Rettungsdienst wisse sie, wie wichtig das Zusammenspiel aller Berufsgruppen im Gesundheitswesen sei – gerade, wenn Menschen krank, verletzt oder verunsichert seien und sich auf kompetente Hilfe verlassen müssten. „Sie werden gebraucht – hier in unserer Region und weit darüber hinaus", gab sie den Absolventen mit auf den Weg. Die Berufsfachschule genieße weit über den Landkreis hinaus einen sehr guten Ruf – das Ergebnis einer engagierten Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Lehrkräften, Praxisanleitern, den Stationsteams und der Klinikleitung. Dass viele Absolventen den Rottal-Inn Kliniken treu blieben, sei ein besonders erfreuliches Zeichen: Es zeige, dass sich die jungen Menschen während ihrer Ausbildung gut begleitet und angenommen gefühlt hätten.
Auch Vorstandssprecher Robert Koch erinnerte daran, dass die Ausbildung neben vielen schönen Erlebnissen auch schwierige Momente mit sich gebracht habe – Erfahrungen, „die einen stärken, aber auch zweifeln lassen". Umso größer sei nun die Freude über den erfolgreichen Abschluss. Mit der neuen Schule in der Gesundheitsakademie verfügten die Rottal-Inn Kliniken über hervorragende Ausbildungsbedingungen, so Koch. Entscheidend seien jedoch vor allem die Menschen, die dort unterrichteten und die angehenden Pflegekräfte in der Praxis begleiteten. Sein Dank galt der Schulleitung, den Lehrkräften und Praxisanleitern für Geduld, Beharrlichkeit und großen persönlichen Einsatz. „Sie haben sich für einen Beruf entschieden, der sehr wichtig ist – für die Rottal-Inn Kliniken, aber auch für unsere gesamte Gesellschaft", sagte Koch. Mit Blick auf die aktuellen Diskussionen um die Finanzierung des Gesundheitswesens und das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz appellierte er an die jungen Fachkräfte, sich von den täglichen Nachrichten nicht verunsichern zu lassen: „Wir kümmern uns. Die Rottal-Inn Kliniken sind gut aufgestellt, und wir wollen für unsere Patienten bestmöglich da sein." Die Verantwortlichen hätten die Entwicklungen fest im Blick. Mit besonderer Freude verwies Koch darauf, dass 14 der examinierten Pflegefachkräfte übernommen werden – ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des eigenen Fachkräftenachwuchses und zugleich ein Vertrauensbeweis der Absolventen gegenüber ihrem Ausbildungsbetrieb.
Pflegedirektorin Maria-Theresia Linner gratulierte zu einem Abschluss in einem Berufsfeld, das national wie international immer wichtiger werde. „Pflege ist ein Beruf der Zukunft – und zwar weltweit", unterstrich sie. Gleichzeitig werde sich der Beruf in den kommenden Jahren weiter verändern. Das Examen markiere deshalb nicht das Ende des Lernens: „Mit der Prüfung ist das Lernen nicht zu Ende. Bleiben Sie dran und entwickeln Sie sich weiter", riet Linner. Die generalistische Ausbildung eröffne zahlreiche Möglichkeiten – etwa Weiterbildungen für Casemanagement oder Stationsleitung, ein Studium, Spezialisierungen innerhalb der Pflege oder eine spätere Tätigkeit bei Krankenkassen und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens.
Besonders erfreut zeigte sich die Pflegedirektorin darüber, dass viele Absolventen der Krankenpflegehilfe nun den nächsten Ausbildungsschritt gehen: Von den 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestanden alle die Prüfung. Begleitet und gefördert wurden Sie dabei von der Fachbereichsleitung Carina Mierswa und der stellv. Kursleitung Katharina Kondziela. Zwölf von ihnen beginnen bereits zum 1. September die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann, zwei weitere bleiben den Rottal-Inn Kliniken als Pflegefachhelferinnen erhalten.
Die hervorragenden Leistungen des Jahrgangs spiegelten sich auch in der großen Zahl der Staatspreisurkunden wider, die anhand der Jahresfortgangsnoten vergeben werden. Mit der Bestnote 1,0 wurden Elisa Stadler und Carina Strobl ausgezeichnet. Einen Notendurchschnitt von jeweils 1,16 erreichten Melanie Bauer, Lena Geisberger, Daniela Klemmeier, Jona Overlack und Alina Zellner. Jolina Ohm und Alica Reinig kamen jeweils auf 1,33. Auch Isabella Koch erreichte die für die Auszeichnung erforderliche Note 1,5. Darüber hinaus gab es in der Krankenpflegehilfe eine Staatspreisträgerin: Flora Farago schloss das Ausbildungsjahr mit der Note 1,0 ab.
Schulleiterin Elisabeth Schoske dankte den Kursleitungen für die intensive Begleitung der Schülerinnen und Schüler und überreichte ihnen Blumen. Anerkennung wurde auch für Frau Loos von der Koordinationsstelle der praktischen Ausbildung ausgesprochen – eine Aufgabe, die angesichts der vielen Stationen, Einsatzorte und individuellen Anforderungen „nicht immer einfach" gewesen sei.
Ein besonderer Dank galt der frisch examinierten Pflegefachkraft Daniela Klemmeier, die gemeinsam mit ihrem Vater die musikalische Umrahmung der Feier übernommen hatte. Ihr Auftritt beeindruckte die Gäste sichtlich und wurde mit Standing Ovations belohnt.
Mit der Zeugnisübergabe endete für die Absolventinnen und Absolventen ein wichtiger Lebensabschnitt – und zugleich begann ein neuer beruflicher Weg mit vielfältigen Möglichkeiten und großer Verantwortung. Pflegedirektorin Linner hieß die neuen Kolleginnen und Kollegen herzlich willkommen: „Wir sind ein Team. Lasst uns die Hände reichen!"