Herzen, die Halt geben können
Es sind kleine Kunstwerke aus Stoff – und doch steckt in ihnen weit mehr als nur sorgfältige Handarbeit. Schülerinnen des Praxis-Seminars „Recycling“ am Staatlichen Gymnasium Pfarrkirchen haben unter Anleitung ihrer Lehrerin Lisa Schaitl herzförmige Kissen genäht und an das zertifizierte Brustzentrum am Rottal-Inn Klinikum Eggenfelden übergeben.
Für viele der Mädchen war der Umgang mit einer richtigen Nähmaschine zunächst noch ungewohnt. Faden einfädeln, Stoff richtig führen, Kurven nähen, sauber abschließen – all das musste erst gelernt werden. Doch schnell war der Ehrgeiz geweckt. Die Nähte sollten nicht nur halten, sondern auch ordentlich gefertigt sein. Schließlich wussten die Schülerinnen: Diese Herzen werden nicht einfach als Dekoration verschenkt, sondern haben einen besonderen Zweck.
Die sogenannten Herzkissen werden Brustkrebspatientinnen nach einer Operation mitgegeben. Ihre Form ist dabei bewusst gewählt. Durch die verlängerten „Herzohren“ können die Kissen gut unter dem Arm getragen werden. Dort helfen sie, den Arm angenehm zu lagern und empfindliche Stellen im Brust- und Achselbereich zu entlasten. Gerade nach einer Brustoperation oder nach der Entfernung von Lymphknoten kann dieser Bereich schmerzempfindlich sein. Das Kissen kann Druck und Reibung mindern – etwa beim Liegen, Sitzen oder auch beim Anlegen des Sicherheitsgurts im Auto.
Herzlich begrüßt wurden die Schülerinnen und ihre Lehrerin bei der Übergabe im Rottal-Inn Klinikum Eggenfelden. Dr. med. Jürgen Terhaag, Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe und Leiter des zertifizierten Brustzentrums, bedankte sich bei den jungen Näherinnen, auch im Namen der Frauen, die diese Kissen künftig benutzen werden. Auch Kliniken-Vorstand Robert Koch würdigte das Engagement der Schülerinnen und brachte es mit einem Satz auf den Punkt: „Mit diesen Herzen habt ihr Herz gezeigt.“
Für die Schülerinnen sei das Projekt damit nicht nur eine praktische Übung an der Nähmaschine gewesen, so Lehrerin Lisa Schaitl: "Sie durften erleben, dass handwerkliches Arbeiten, Kreativität und soziales Engagement eng zusammengehören können. Und wenn diese Herzen Hilfe und mit ihren fröhlichen Farben etwas Freude bringen, dann haben wir unser Zeil schon erreicht", so Lisa Schaitl.