DGB Rottal-Inn im Austausch mit Vorstand der Rottal-Inn Kliniken
Die Zukunft der wohnortnahen Gesundheitsversorgung und die Situation der Beschäftigten standen im Mittelpunkt eines Austauschs zwischen dem Kreisvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes Rottal-Inn und dem Vorstand der Rottal-Inn Kliniken, Robert Koch. Dabei ging es um die aktuelle Entwicklung des Kommunalunter- nehmens, um Investitionen an den Klinikstandorten, die Auswirkungen der Kranken- hausreform und die Frage, wie gute Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen gesichert werden können.
Koch informierte die Vertreterinnen und Vertreter des DGB über die wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung der Rottal-Inn Kliniken. Trotz weiterhin schwieriger gesund- heitspolitischer Rahmenbedingungen sei es gelungen, den Leistungsumfang in der Akutmedizin stabil zu halten und gleichzeitig wichtige Zukunftsprojekte voranzubringen. „Unser Ziel ist es, die medizinische Versorgung im Landkreis auf hohem Niveau zu sichern und unsere Häuser zugleich zukunftsfähig aufzustellen“, sagte Koch.
Positiv bewertet wurden unter anderem die Erweiterung der geriatrischen Rehabilitation, Investitionen an den Standorten Eggenfelden und Pfarrkirchen sowie der kontinuierliche Ausbau des Pflegepersonals. Auch die erfolgreiche Nachbesetzung zentraler Führungspositionen und die Weiterentwicklung ambulanter Versorgungs- angebote wurden bei dem Gespräch angesprochen. Diese Schritte seien wichtig, um die medizinische Versorgung im Landkreis langfristig abzusichern. „Wir investieren nicht nur in Gebäude und Strukturen, sondern vor allem in Menschen – denn ohne engagierte Beschäftigte gibt es keine gute Medizin und keine gute Pflege“, betonte Koch.
Der DGB-Kreisvorstand machte deutlich, dass die Rottal-Inn Kliniken für den Landkreis eine doppelte Bedeutung haben: als tragende Säule der öffentlichen Daseinsvorsorge und als großer Arbeitgeber in der Region. „Eine gute Gesundheitsversorgung im ländli- chen Raum fällt nicht vom Himmel. Sie braucht verlässliche Strukturen, ausreichend Personal und eine solide Finanzierung“, betonte DGB-Kreisvorsitzender Thomas Asböck. Kommunale Kliniken dürften mit den Herausforderungen nicht allein gelassen werden.
Gerade angesichts des Fachkräftemangels komme den Arbeitsbedingungen eine zentrale Rolle zu. Verlässliche Dienstpläne, gute Ausbildung, faire Bezahlung und ausreichend Personal seien entscheidend dafür, ob Menschen dauerhaft im Gesund- heitswesen bleiben. „Wer gute Pflege und gute Medizin will, muss auch die Beschäftig- ten im Blick haben“, sagte Renate Hebertinger, stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende in Rottal-Inn. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken leisteten jeden Tag anspruchsvolle Arbeit und verdienten dafür Wertschätzung und gute Rahmenbedingungen.
Diskutiert wurden auch die Auswirkungen der Krankenhausreform und die Finanzierung des Gesundheitswesens. Beide Seiten waren sich einig, dass kommunale Krankenhäu- ser auf eine verlässliche Unterstützung durch Bund und Länder angewiesen sind. Nur so könne eine wohnortnahe Versorgung auch in ländlichen Regionen dauerhaft gesichert werden.
Der Austausch fand nach Angaben des DGB in konstruktiver Atmosphäre statt. Der DGB Rottal-Inn kündigte an, den Dialog mit den Verantwortlichen der Rottal-Inn Kliniken fortzusetzen. Ziel sei es, die Interessen der Beschäftigten im Blick zu behalten und zugleich die Zukunft der regionalen Gesundheitsversorgung zu stärken.