Skip to main content Skip to page footer

Die Revolution in der Stimulation

Neue Schrittmacher-Technik erstmals an den Rottal-Inn Kliniken eingesetzt

Das Herzkatheter-Team der Rottal-Inn Kliniken um Implanteur und Leitenden Oberarzt Dr. med. univ. Stefan Dalic (4. v. rechts) und Chefarzt Prof. Dr. med. Christian Gleißner (3. v. rechts).

Die Rottal-Inn Kliniken haben einen weiteren Schritt in der modernen Herzmedizin gemacht: Erstmals wurde dort ein sogenanntes LBBAP-Schrittmachersystem implantiert. Hinter der komplizierten Abkürzung verbirgt sich eine neue Methode der Herzstimulation, die nach Einschätzung von Kardiologen deutliche Vorteile für viele Patienten bringen kann. Chefarzt Prof. Dr. Christian Gleißner sieht darin einen wichtigen Fortschritt für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen in der Region.

Bereits 2020 hatten die Rottal-Inn Kliniken erstmals sogenannte sondenlose Herzschrittmacher eingesetzt. Mit der nun eingeführten Technik gehe man einen weiteren Schritt in der Entwicklung der Herzschrittmacher-Therapie, erklärt Gleißner. Ziel sei es, das Herz möglichst so zu stimulieren, wie es auch von der Natur vorgesehen ist.

Bisher wurden Herzschrittmacher häufig so eingesetzt, dass sie die rechte Herzkammer direkt stimulieren. Diese Methode funktioniere zwar zuverlässig, könne aber dazu führen, dass sich die elektrische Erregung im Herzen etwas langsamer ausbreitet, erläutert der Chefarzt. Dadurch könnten die beiden Herzkammern nicht mehr ganz gleichzeitig arbeiten. Auf Dauer könne das die Herzleistung beeinträchtigen und in manchen Fällen sogar eine Herzschwäche begünstigen.

Genau hier setzt die neue Technik an: Beim sogenannten Left Bundle Branch Area Pacing – kurz LBBAP – wird der Schrittmacher so platziert, dass er ein wichtiges Leitungssystem des Herzens direkt anregt. „Damit wird die natürliche elektrische Erregung des Herzens viel besser nachgeahmt“, sagt Gleißner. Die beiden Herzkammern könnten dadurch nahezu gleichzeitig arbeiten, was die Pumpfunktion des Herzens stabilisiere.

Nach Einschätzung des Kardiologen bietet diese Methode mehrere Vorteile. Das Herz arbeite gleichmäßiger, das Risiko einer späteren Herzschwäche könne sinken, und die elektrische Aktivität des Herzens bleibe näher an der natürlichen Funktion. Besonders profitieren könnten Patienten, die dauerhaft auf eine Herzschrittmacher-Stimulation angewiesen sind oder deren Herzleistung bereits eingeschränkt ist.

Für die Rottal-Inn Kliniken ist die Einführung der neuen Technik auch ein Signal für den medizinischen Anspruch des Hauses. „Eine kleinere Abteilung muss nicht alles machen“, betont Gleißner. „Aber bei dem, was wir tun, wollen wir auf höchstem Niveau arbeiten.“ Moderne Herzmedizin müsse nicht zwangsläufig nur in großen Universitätskliniken stattfinden.

Für Patientinnen und Patienten in der Region bedeutet das vor allem eines: Sie können auch vor Ort von neuen medizinischen Entwicklungen auf dem Niveau von Universitätskliniken profitieren. Moderne kardiologische Behandlungen, so Gleißner, seien damit direkt in der Heimat verfügbar – mit kurzer Anfahrt, persönlicher Betreuung und individueller Nachsorge.