Europäischer Tag des Notrufs 112
Es ist oft nur ein kurzer Moment: Ein Handy wird gezückt, drei Ziffern werden gewählt – 112. Was für Anrufende eine Hoffnung in der Not ist, setzt im Hintergrund eine präzise abgestimmte Rettungskette in Gang, die über Ländergrenzen hinweg funktioniert. Zum Europäischen Tag des Notrufs am 11. Februar geben die Rottal-Inn Kliniken einen Einblick in das, was passiert, wenn jede Minute zählt.
Noch bevor der Rettungswagen die Klinik erreicht, ist in der Notaufnahme bereits Bewegung. Über ein digitales Meldesystem kündigt der Rettungsdienst den Patienten an – mit ersten Informationen zu Verletzungen, Symptomen und Dringlichkeit. „Wir wissen oft schon vor dem Eintreffen des Rettungswagens, welche Behandlungsschritte notwendig sind“, erklärt Chefarzt Christian Thiel, Leiter des Notaufnahmezentrums. Monitore werden vorbereitet, Medikamente bereitgelegt, das Team stellt sich auf den konkreten Notfall ein. Wenn sich dann die Türen zur Notaufnahme und zum Schockraum öffnen, sitzt jeder Handgriff.
Der 11. Februar ist deshalb mehr als ein Aktionstag. Er macht sichtbar, wie wichtig das Zusammenspiel aller Beteiligten ist – vom Ersthelfer am Unfallort bis zum Schockraum-Team im Krankenhaus. „Die 112 ist eine der wichtigsten europäischen Errungenschaften im Bevölkerungsschutz“, betont Thiel. Egal ob in Bayern, Italien oder Schweden: Wer diese Nummer wählt, erreicht Hilfe. Schnell, kostenlos und rund um die Uhr.
Besonders entscheidend ist die Zeit vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes. Häufig sind es Passanten, Angehörige oder Kolleginnen und Kollegen, die als Erste helfen – mit stabiler Seitenlage, Herzdruckmassage oder dem Absetzen des Notrufs. „Dieses beherzte Eingreifen kann über Leben und Tod entscheiden“, sagt Thiel. Die professionelle Rettung beginne meist nicht erst im Krankenhaus, sondern bereits beim Eintreffen der Rettungskräfte vor Ort beim Patienten, im Idealfall bereits durch den Einsatz, den zufällig anwesende Ersthelfer bringen.
Ist der Patient erst einmal versorgt und auf dem Weg in die Klinik, greift das nächste Zahnrad. Rettungsdienst und Notaufnahme arbeiten eng zusammen, Vertrauen und klare Abläufe sind dabei unerlässlich. „Das gegenseitige Vertrauen zwischen Notfallsanitätern und unseren Teams im Schockraum ist das Rückgrat der medizinischen Versorgung im Landkreis“, unterstreicht Robert Koch, Vorstandssprecher der Rottal-Inn Kliniken.
Wie groß diese Aufgabe ist, zeigen die Zahlen: Im Notaufnahmezentrum der Rottal-Inn-Klinik Eggenfelden wurden im vergangenen Jahr knapp 30.000 Patientinnen und Patienten behandelt, rund 7.000 davon kamen mit dem Rettungsdienst. Viele konnten nach einer Akuttherapie wieder nach Hause entlassen werden, andere benötigten eine intensive Weiterbehandlung. Das Spektrum reicht vom harmlosen Kreislaufkollaps bis zum schweren Verkehrsunfall oder zur Reanimation nach Herz-Kreislauf-Stillstand.
Der Europäische Tag des Notrufs erinnert daran, dass eine funktionierende Rettungskette kein Selbstläufer ist, "sie lebt vielmehr vom Engagement vieler Menschen", betonen Robert Koch, Vorstand der Rottal-Inn Kliniken und Christian Thiel übereinstimmend. Drei Ziffern, die überall in Europa gelten, können dabei den entscheidenden Unterschied machen: "Die 112 ist leicht zu merken - und diese Nummer kann Leben retten".