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Herzinfarkt: diese Symptome sollte man kennen

Herz-Infoabend der Rottal-Inn Kliniken stößt auf großes Interesse

Von li.: Prof. Christian A. Gleißner, Chefarzt der Abteilung Kardiologie und des Schlaganfallfzentrums und Willi Schmidhuber, Regionalbeauftragter der Deutschen Herzstiftung, freuten sich über die zahlreichen Besucherinnen und Besucher am Vortragsabend zum Thema Herzinfarkt.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen zur Herzwochen-Veranstaltung der Rottal-Inn Klinik in Eggenfelden – und sie bekamen einen hochinformativen Abend, in dem verständlich über die Ursachen und Gefahren eines Herzinfarktes durch Prof. Dr. Christian A. Gleißner, Chefarzt der Kardiologie an den Rottal-Inn Kliniken, informiert wurde. Bereits zu Beginn stellte er klar, warum Aufklärung so wichtig ist: „Der Herzinfarkt ist nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen – aber er ist keineswegs unbesiegbar. Man muss nur wissen, wie er entsteht, wie man ihn erkennt und wie man ihn verhindern kann.“ Prof. Gleißner erklärte, dass fast immer verschlossene Herzkranzgefäße die Ursache sind. Durch Ablagerungen – sogenannte Plaques – kann ein Gefäß einreißen, woraufhin sich ein Blutgerinnsel bildet. „Dann bekommt ein Teil des Herzmuskels plötzlich keinen Sauerstoff mehr. Jede Minute entscheidet jetzt darüber, wie viel Muskelgewebe gerettet werden kann.“

Was sind aber die wichtigsten Hinweise auf einen Herzinfarkt? Prof. Gleißner riet zur besonderen Aufmerksamkeit bei folgenden Symptomen: starke Schmerzen oder Druck auf der Brust, teils bis in Arme, Rücken oder Kiefer ausstrahlend, Atemnot, Übelkeit, Schweißausbrüche, plötzliche Schwäche, bei Frauen auch diffuse Beschwerden ohne typische Brustschmerzen, aber oft auch mit Bauchschmerzen: "Wenn der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht, dann bitte nicht abwarten oder zögern, sondern sofort die 112 wählen", riet der Experte eindringlich. Wie kann man einem Herzinfarkt vorbeugen? Auch zu dieser Frage bezog Prof. Gleißner Stellung. Sein Rezept: „Die drei stärksten Waffen gegen den Herzinfarkt sind: nicht rauchen, bewegen, gesund essen.“ Dazu kämen gut eingestellte Blutdruck- und Blutfettwerte sowie regelmäßige Vorsorge. Und schon täglich 30 Minuten zügiges Gehen könnten das Risiko deutlich senken.

In der anschließenden Diskussionsrunde kamen viele Fragen zu Medikation und Therapieformen. Besonders groß war das Interesse an den Themen Stent und Bypass. „Ein Stent ist sozusagen die Aufräum- und Aufstellstütze im Gefäß – ideal, wenn eine Engstelle lokal begrenzt ist“, erklärte Gleißner. Ein Bypass werde dagegen eingesetzt, wenn mehrere Gefäße oder lange Abschnitte betroffen sind. „Beides hat seine Berechtigung – wichtig ist, dass wir für jeden Patienten die individuell beste Lösung finden.“ Auch die Frage, ob Cholesterin oder Blutzucker gefährlicher sei, beantwortete er klar: „Beides. Und beides zusammen potenziert das Risiko enorm.“ Gleißner nahm sich ausführlich Zeit, jede Frage geduldig und allgemeinverständlich zu beantworten, dafür gab es nach der Veranstaltung viel Lob von den Besucherinnen und Besuchern.

Auf großes Interesse stieß auch der Stand der Deutschen Herzstiftung. Ehrenamtlicher Regionalbeauftragter Willi Schmidhuber beantwortete viele persönliche Fragen und verteilte Broschüren rund um Herzgesundheit, Ernährung, Medikation und Notfallverhalten.