Den Blick für Risiken schärfen
Rottal-Inn. Am 17. September, dem Tag der Patientensicherheit, rücken die Rottal-Inn Kliniken die sichere Versorgung in den Mittelpunkt – mit einer internen Fortbildung im Simulationszentrum, einer in Niederbayern einzigartigen Möglichkeit zur Aus-, Fort- und Weiterbildung. Den ganzen Tag über üben Mitarbeitende aus Stationen, Notaufnahme und Ausbildung, typische Risiken im Klinikalltag frühzeitig gemeinsam zu erkennen, zu besprechen und zu beheben.
„Patientensicherheit ist keine Aktion am Jahrestag, sondern unsere Haltung – jeden Tag“, betont Vorstand Robert Koch. Der "Tag der Patientensicherheit" sei Anlass, Bewährtes zu stärken und Neues zu lernen. „Wir investieren kontinuierlich in Schulungen, damit unser Personal Risiken schneller sieht, klarer kommuniziert und im Team souverän handelt", unterstreicht der Klinik-Vorstand.
Im auch als „Room of Horrors“ bezeichneten Simulationstraining verbergen Anleitende realistische Fehlerquellen in einer nachgestellten Patientenzimmerszene – von unscheinbaren Detailabweichungen bis zu klaren Gefahrenmomenten. Teams und Einzelpersonen müssen diese Punkte identifizieren, sie müssen Maßnahmen priorisieren und das strukturierte Vorgehen üben. „Simulation ersetzt trockene Theorie durch greifbare Erfahrung“, sagt Ulrike Lichtnecker, Dozentin aus dem Praxisanleiterteam und sie erläutert: „Die Kolleginnen und Kollegen erleben sehr unmittelbar, was schützt, was fehlt und wie wichtig stetige Aufmerksamkeit im Stationsalltag ist.“
Stellvertretender Pflegedirektor Markus Ellinger unterstreicht den teambasierten Ansatz: „Patientensicherheit gelingt nur interprofessionell. Deshalb trainieren bei uns Auszubildende, Pflegefachkräfte und Führungskräfte zusammen – mit Fokus auf Beobachtung, Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit, gerade unter Zeitdruck.“ Gleichzeitig, so Ellinger, werde die offene Fehlerkultur gestärkt: „Wir sprechen Unstimmigkeiten an, lernen daraus und machen die Versorgung damit robuster.“
Die Kliniken verweisen darauf, dass Patientinnen und Patienten während eines Krankenhausaufenthalts unterschiedlichen Risiken ausgesetzt sein können – von Stürzen über Medikations- bis hin zu Identifikationsfehlern. Ziel der Trainings sei es, Alltagssicherheit zu erhöhen, Risiken früh zu erkennen und das gemeinsame Problemlösen zu verankern. „Das wirkt direkt im Stationsalltag“, erklärt Lichtnecker. „Teams werden sensibler für kleine Signale – und kleine Signale entscheiden oft über große Sicherheit.“
Vorstand Robert Koch ordnet die Maßnahmen in die Gesamtstrategie der Kliniken ein: „Wir halten unser Personal fachlich fit, sicherheitsbewusst und gut vernetzt – zum Nutzen jedes einzelnen Patienten und jeder einzelnen Patientin.“ Am Aktionstag informieren die Kliniken intern zudem über aktuelle Lernziele, Methoden und Inhalte der Schulungen. Ellinger fasst zusammen: „Kontinuierliche Weiterbildung ist die Basis verlässlicher Versorgung – heute und an jedem anderen Tag.“