Mit Information und Aufklärung Mut machen
Eggenfelden. Der Brustkrebsaktionstag der Rottal-Inn Kliniken hat sich längst zu einer festen Institution entwickelt – und zieht inzwischen Besucherinnen und Besucher weit über die Landkreisgrenzen hinaus an. Auch in diesem Jahr nutzten zahlreiche Interessierte das vielseitige Informationsangebot, das von der Abteilung für Gynäkologie und dem zertifizierten Brustzentrum der Klinik organisiert wurde.
An zahlreichen Ständen präsentierten sich Fachkräfte und Organisationen, die in der Begleitung und Behandlung von Brustkrebspatientinnen eine wichtige Rolle spielen: von der Früherkennung über Palliativmedizin, Schmerztherapie, Hospizarbeit, Ernährungsberatung, Physiotherapie und Sozialdienst. Auch der Verein „Du kämpfst nicht allein e. V.“ und die neue Selbsthilfegruppe Brustkrebs Rottal-Inn stellten ihre Arbeit vor und luden zum Mitmachen ein.
„Unser Ziel ist es, Aufklärung mit echter Unterstützung zu verbinden“, betonte Dr. med. Jürgen Terhaag, Chefarzt der Gynäkologie und Leiter des Brustzentrums. In seinem Vortrag informierte er über aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie von Brustkrebs. Besonders wichtig sei die Früherkennung, so Terhaag: „Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.“ Der Mediziner erläuterte die gängigen Untersuchungsverfahren – von Mammografie über Sonografie bis zu Gewebeproben – und stellte moderne Therapiekonzepte vor, die zunehmend individuell auf die biologische Beschaffenheit eines Tumors abgestimmt werden. Dazu zählen neue Antikörpertherapien, Immuntherapien und sogenannte Checkpoint-Inhibitoren, die das körpereigene Abwehrsystem aktivieren. Selbst mögliche Impfstoffe gegen Brustkrebs seien inzwischen Gegenstand intensiver Forschung. Neben der medizinischen Behandlung spiele auch das eigene Verhalten eine entscheidende Rolle, betonte Dr. Terhaag: „Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sind wirksame Mittel, um das Risiko zu senken.“
Viel Aufmerksamkeit erhielt auch der Vortrag von Prof. Dr. med. Volker Hanf, der den Einsatz von Cannabis in der Tumortherapie beleuchtete. Er erklärte die aktuelle Gesetzeslage, wies auf mögliche Neben- und Wechselwirkungen hin und stellte klar: Cannabis könne keine Krebsheilung bewirken, könne aber in bestimmten Fällen zur Linderung von Beschwerden eingesetzt werden, wenn herkömmliche Verfahren nicht mehr ausreichen.
Auch digitale Unterstützung spielte beim Aktionstag eine Rolle: Vorgestellt wurde beispielhaft die" PINK! App", eine auf Rezept erhältliche Gesundheits-App, die Patientinnen mit Informationen, Bewegungstipps und Ernährungsempfehlungen im Alltag begleitet.