17.11.2018

Wenn das Herz stolpert oder rast

"Herz aus dem Takt": Im Rahmen der Herzwoche der Deutschen Herzstiftung machen Experten in der kommenden Woche bei drei Veranstaltungen im Landkreis das so genannte "Vorhofflimmern" zum Thema.

Der Chefarzt der Kardiologie der Rottal-Inn Kliniken, Prof. Dr. Christian A. Gleißner, und sein Team informieren am Montag, 19. November, in der Aula des Gymnasiums Pfarrkirchen, am Dienstag, 20. November, im Stadtsaal in Eggenfelden sowie am Donnerstag, 22. November, in Arnstorf (Parkwohnstift) über Ursachen, Symptome und medizinische Maßnahmen, die vor den Gefahren des Vorhofflimmerns wie Herzschwäche und Schlaganfall schützen. Mitveranstalter ist die AOK Rottal-Inn. Beginn ist jeweils um 19:00 Uhr.

Über 1,8 Millionen Menschen in Deutschland haben Vorhofflimmern, heißt es in einer Pressemitteilung der Rottal-Inn-Kliniken. Jährlich kämen Tausende dazu. Mit dem Alter steige das Risiko steil an. Bei über 60-Jährigen liege die Häufigkeit bei rund fünf Prozent, bei über 80-Jährigen bei rund 15 Prozent. "Vorhofflimmern ist eine ernstzunehmende Herzrhythmusstörung, die unbemerkt und unbehandelt lebensbedrohlich für Herz und Gehirn werden kann, bis hin zu Herzschwäche und Schlaganfall", warnt Gleißner. Um dies zu verhindern, müsse Vorhofflimmern frühzeitig vom Arzt diagnostiziert und behandelt werden.

Bei Vorhofflimmern sei das Herz meist völlig außer Takt. Der erste Anfall könne mit heftigen Schlägen bis in den Hals hinauf, Druckgefühl im Brustkorb und einer ungewohnten Luftnot bei leichten Tätigkeiten wie Treppensteigen auftreten, so der Chefarzt.

Betroffene verspürten eine plötzliche Unruhe, wenn das Herz völlig unregelmäßig und schnell mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute rast. Die "chaotische" Herzschlagfolge könne aber auch mit einer normalen Herzfrequenz einhergehen, also mit etwa 60 bis 100 Schläge pro Minute.

"Oft sind Herzstolpern und Herzrasen verbunden mit innerer Unruhe, Angst, einer Neigung zu schwitzen, Atemnot und Leistungsschwäche", erläutert der Kardiologe. Allerdings seien bei Herzpatienten, deren angeschlagenes Herz die Rhythmusstörung schlechter verträgt, Atemnot, Brustschmerzen und Schwindel besonders häufig. "Bei diesen Symptomen sollte man sofort den Arzt aufzusuchen", sagt Gleißner. In dessen Praxis könne mit einem EKG, Langzeit-EKG oder Ereignis-Rekorder geklärt werden, ob das Herzstolpern eine harmlose Unregelmäßigkeit des Herzschlags ist oder Vorhofflimmern vorliegt.

Von diesem könne als größte Gefahr ein Schlaganfall ausgehen, erläutert der Mediziner. Ein besonders hohes Risiko hätten alte und herzkranke Patienten. Um sie vor Schlaganfall zu schützen, müssten konsequent gerinnungshemmende Medikamente als Blutverdünner gegeben werden.

Als "besonders tückisch" bezeichnet Gleißner den Umstand, dass Vorhofflimmern bei über der Hälfte aller Patienten ohne Symp-tome oder Beschwerden auftritt und lange Zeit unbemerkt bleibt. Deshalb sollte jede Möglichkeit genutzt werden, den unregelmäßigen Herzschlag festzustellen: wiederholt den eigenen Puls tasten, die Anzeige am Blutdruckmessgerät beachten, vielleicht sogar eine App aufs Handy laden, die Pulsunregelmäßigkeiten festzustellen hilft. Letztlich könne aber nur der eine sichere Diagnose stellen. Gleißner Rat: Besonders Herzkranke und Personen ab 60 sollten bei Routinekontrollen beim Arzt den Herzschlag durch Pulsmessung prüfen lassen.

Bei den Vortragsveranstaltungen (Eintritt frei) will das Ärzteteam auch vorstellen, wie Vorhofflimmern heute behandelt werden kann.



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