08.02.2018

Richtig reagieren, wenn es brenzlig wird

Eggenfelden. Bereits im vergangenen Jahr startete, initiiert von Vorstandsmitglied Gerhard Schlegl, im Krankenhaus Eggenfelden der Rottal-Inn Kliniken eine dreistufige Ausbildung im Bereich der Deeskalation und der so genannten „patientenschonenden Eigensicherung (die PNP berichtete). „Bei der Entwicklung dieser ging es mir besonders um eine möglichst umfassende und allem voran realitätsnahe Ausbildung des Krankenhauspersonals“, erklärt der Ausbilder und erfahrene Spezialist Christopher Lindh.

Jetzt fand die zweite Stufe des Ausbildungsprogramms statt, die in erster Linie aus praktischen Übungen bestand. Dabei konnten die Teilnehmer das theoretische Wissen aus dem vorangegangenen Ausbildungskurs praktisch anwenden. Neben dem Erlernen von Techniken gegen vier einsatztypische Übergriffe und patientenschonenden Fixierungstechniken im Team, lag der Schwerpunk bei vielen, realitätsnahen Situationstrainings.  „Wichtig war es bei dieser Form des Trainings, dass alle Mitwirkenden durch die verschiedenen Rollen für die Deeskalation so wichtige Fähigkeit zum Perspektivwechsel verbessern“, erklärt Trainer Christopher Lind.

In Ihrer Eigenschaft als Pflegekräfte mussten die Teilnehmer mehrmals in den verschiedensten Situationen, wie beispielsweise im Umgang mit aggressiv auftretenden Angehörigen, alkoholisierten und randalierenden Patienten bis hin zur sexuellen Belästigung durch Patienten bestehen, ohne dass vorher bekannt war, was passieren würde. Neben der Unwissenheit darüber, was gleich passieren wird und der mit dem Geschehen verbundenen Dynamik spiele auch die Einstellung eine wichtige Rolle. „Realitätsnahes Situationstraining bedeutet, dass die Teilnehmer ihre vollständige Arbeitskleidung tragen und echte Stationszimmer dafür genutzt werden“, so Christoph Lindh. Die anschließenden Videoanalysen brachten den Pflegekräften ein professionelles und nachhaltiges Feedback.  

„Noch vor ein paar Jahren hätte man für so eine Form der Ausbildung vielleicht gar keinen Bedarf gesehen. Aber heute müssen wir der Tatsache Rechnung tragen, dass es im Klinikalltag ebenso zu Problemen kommen kann, wie sie auch von Rettungsdiensten beschrieben werden. Darüber hinaus ist das Erlernte nicht nur aus beruflicher Sicht sinnvoll. Natürlich wäre es am besten, wenn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Erlernte niemals anwenden müssten. Leider sieht die Realität an deutschen Kliniken anders aus. Die Rottal-Inn Kliniken würden ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dieser Problematik aber nicht alleine lassen: „Ich sehe es auch als unsere Pflicht, hier unserem Team entsprechende Angebote zu machen, wie man sich auf derartige Situationen vorbereiten kann, denn die beste Lösung ist natürlich immer, wenn man durch entsprechendes Deeskalationstraining schwerwiegende Situationen, insbesondere körperliche Auseinandersetzungen vermeiden kann“, so Schlegl.



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Rottal-Inn Kliniken • Eggenfelden

Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg