11.09.2017

Das leidige Kreuz mit dem Kreuz

Eggenfelden. In Deutschland leiden die meisten Menschen mindestens einmal im Leben an Rückenschmerzen. „Rückenschmerzen sind damit eine echte Volkskrankheit und sie sind einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch“, sagt Prof. Dr. med. Marc Wick, Chefarzt der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Rottal-Inn Kliniken. Zusammen mit dem Neurochirurgen Dr. med. Christian Hein und dem Leitenden Physiotherapeuten der Rottal-Inn Kliniken, Alexander Meier, wird Dr. Wick an sechs Vortragsabenden im Landkreis Rottal-Inn zum Thema „Das Kreuz mit dem Kreuz“ informieren.

Auffällig ist, dass in Deutschland in den letzten Jahren bei Rückenleiden immer häufiger operiert wird. Die Gründe hierfür sind zahlreich und umstritten. Ein möglicher Grund könnte der demographische Wandel in der Bundesrepublik mit einem immer größer werdenden Anteil an älteren Mitbürgern sein. „Weil viele Menschen im Rentenalter heute noch sehr aktiv am Leben teilnehmen möchten, steigen damit auch die Ansprüche an die Medizin. Zusätzlich wächst auch bei Patienten und medizinischen Laien das Bedürfnis, über Krankheiten und deren Therapie ausführlich und objektiv informiert zu sein“, ist Dr. Hein überzeugt.

Doch wie soll man als betroffener Patient und Laie unterscheiden können, wann eine vorgeschlagene Operation sinnvoll und notwendig ist und wann nicht? Dazu wollen die Operateure Prof. Wick und Dr. Hein Auskunft geben. Während Prof. Wick eine Übersicht über die unfallbedingten Erkrankungen der Wirbelsäule und ihre Behandlung gibt, referiert Dr. Hein über die Verschleißkrankheit. Zusätzlich gibt Physiotherapie-Leiter Meier Ratschläge, wie man Rückenleiden auch ohne Operationen behandeln kann. Die Ursachen von Rückenschmerzen und die daraus resultierenden Beeinträchtigungen sind sehr individuell und unterschiedlich: „Das Spektrum reicht von einfachen muskulären Verspannungen über weit verbreitete Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule bis hin zu ernsthaften Krankheiten, die jedoch glücklicherweise eher selten sind“, so Prof. Wick. Der Facharzt weiß aus seiner langjährigen Erfahrung: „In den meisten Fällen kann man Entwarnung geben, eine gute Schmerzbehandlung, angepasste Bewegung, Physiotherapie – das kann dann schon sehr gut helfen“. Dafür reicht eine Untersuchung und Behandlung durch den Hausarzt oder niedergelassenen Orthopäden allemal aus. In vielen Fällen erspart die Untersuchung des Orthopäden aufwendigere Diagnostik wie beispielsweise teure MRT-Untersuchungen.

Anders ist es bei beim Auftreten von Ischiasbeschwerden mit Gefühlsstörungen oder Lähmungen oder starken Rückenschmerzen nach Unfällen: Hier kann laut Prof. Wick eine radiologische Diagnostik unter Umständen kurzfristig nötig sein.

Die Veranstaltungen finden statt am 13. September am Krankenhaus Eggenfelden im Multifunktionsraum, am 20. September in Bad Birnbach im Artrium, am 26. September in Arnstorf im Kulturzentrum, am 25. Oktober am Krankenhaus Simbach am Inn im Therapiegebäude, am 08. November in Gangkofen in der Grund- und Mittelschule und am 15. November in Pfarrkirchen im AOK-Gebäude. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt zu den Vortragsabenden ist frei.

Neurochirurg Dr. Christian Hein (von links), der Leitende Physiotherapeut Alexander Meier und Chefarzt Prof. Dr. Marc Wick haben bei ihrer Vortragsreihe auch „Paul“, das Unterrichtsskelett, immer dabei.



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